Crítica de Fearless en la prestigiosa revista Klassik-Heute

Crítica de mi disco Fearless en la prestigiosa revista Klassik-Heute

Beim ARD-Musikwettbewerb 2011 gewann der junge spanische Trompeter Manuel Blanco den Ersten Preis – mit seiner Interpretation von Bernd Alois Zimmermanns Trompetenkonzert Nobody Knows De Trouble I See. Im Umfeld des Wettbewerbs wünschte er sich zwei Dinge – zum einen, zukünftig vorwiegend solistisch tätig zu sein, zum anderen, mehr Jazz zu spielen. Beides hat er sich mit seiner Solo-CD „Fearless“ erfüllt. Der Titel ergibt Sinn, denn um Zimmermanns Konzert – das selbstverständlich Teil des Programms ist – angemessen zu meistern, gehört schon eine gehörige Portion Furchtlosigkeit. Darüber hinaus liefert Blanco hier eine Visitenkarte ab, die nahezu alles zeigt, was auf einer Trompete stilistisch möglich ist: mit Jazz durchsetzte Moderne im Zimmermann, Historische Aufführungspraxis im Trompeten-Concertino von Leopold Mozart und die Hochklassik des Trompetenkonzerts von Joseph Haydn. Außerdem gibt es noch Henri Tomasis Semaine Sainte à Cuzco für Trompete und Orgel, in dem Blanco es ordentlich fanfarenartig schmettern lassen kann, und schlussendlich ein Band-Arrangement des Spirituals Nobody Knows aus der Feder von Federico Nathan: Funk-Jazz reinsten Wassers im Stil der Siebzigerjahre. Und in allen Kapiteln überzeugt Blanco auf ganzer Linie.

Die beiden Hauptwerke gelingen besonders eindrucksvoll: Blanco spielt sich in Zimmermanns Konzert regelrecht die Seele aus dem Leib, bleibt der animalischen Energie der Partitur ebenso wenig schuldig wie ihren tragischen und bedrohlichen Aspekten; das Spiel mit den verschiedenen Dämpfern beherrscht er zudem virtuos. Jazziger, mitreißender, aber auch „panischer“, aggressiver hat wohl kaum ein Trompeter das Stück je gemeistert. Das Spanische Nationalorchester unter Josep Pons hat am Erfolg der Interpretation entscheidenden Anteil, da die mannigfachen Klangfarben der reich besetzten Partitur mustergültig abgebildet sind – Saxofone, Drumset, Hammond-Orgel: Alles findet seinen Platz im orchestralen Geflecht.

Im Haydn-Konzert fasziniert dann die souveräne Leichtigkeit, mit der Blanco hier agiert: keine Spur von militärischer Zackigkeit, dafür feinsinnig melodisches und zurückhaltendes Spiel in allen drei Sätzen, vor allem im Finale. Wann hat man diesen Satz je so ruhig, lässig und trotzdem lebensfroh pulsierend vernommen? Ein fulminantes Album, dem hoffentlich noch weitere folgen werden.

Die CD ist in Deutschland nicht erhältlich, kann aber über das Internet bestellt werden – es lohnt sich.

Thomas Schulz [27.06.2018]

2018-06-27T16:25:38+00:00